Gemüse und Fleisch sind zwei der wichtigsten Bestandteile der rumänischen Küche. Doch nicht immer muss das Gemüse frisch gekocht werden. Eine beliebte Beilage, die in Salaten oder auch auf kalten Platten gereicht wird, ist Muraturi. Hierbei handelt es sich um lecker eingelegtes Gemüse in einer Salzlake, was einen ganz besonderen Geschmack hat und die Lebenslust der Rumänen weckt.

 

Wie wird Muraturi gegessen?

Muraturi kommt vielseitig zum Einsatz. Es dient den Rumänen als Snack zwischendurch, wie hier die typische Essiggurke. Ob Paprika, Tomaten oder andere Gemüsesorten, einmal eingelegt halten sich die Gläser mit Muraturi quasi ewig und so können sie gezielt dann verwendet werden, wie es zur Küche passt.


Gern wird das eingelegte Gemüse zum Abendbrot angeboten, in Kombination mit verschiedenen Wurstspezialitäten und frischem Brot. Das Gemüse wird hierbei traditionell mit den Fingern gegessen, kurz über dem Teller abgetropft und dann verzehrt.

Muraturi - eingelegte Salzgurken


Typische Gemüsesorten für Muraturi

Eine beliebte Köstlichkeit in Rumänien sind eingelegte Salzgurken. Allerdings wird auch anderes Gemüse in Salzlake haltbar gemacht und gern verzehrt. Traditionell ist beispielsweise Meerrettich, aber auch Weißkohl, Oliven, Paprika, Tomatenpaprika und gehacktes Sauerkraut werden gern verzehrt.

Muraturi Rezept zur Herstellung von Salzgurken nach rumänischer Art:

Wer einmal selbst versuchen möchte Salzgurken im rumänischen Stil herzustellen, braucht ein wenig Geduld und einige Gurken. Es ist ein interessantes Experiment, wobei die klassischen rumänischen Salzgurken aus dem Glas kaum erreicht werden können.

Die benötigten Zutaten:

2 Kilo frische, kleine Gürkchen

2 rote Peperoni

1 kleiner Bund Bohnenkraut

1 kleiner Bund Dill

5 Weintrauben Blätter

6 Sauerkirsch-Blätter

2 EL geriebenen Meerrettich

1/4 Liter Essig

3 EL Salz

Einmachgläser

Die Zubereitung des Muraturi:

Zunächst werden die Gurken gründlich gewaschen und dann mit einer feinen Bürste abgebürstet. Nun kommen die Traubenblätter, der Meerrettich, das Bohnenkraut, der Dill sowie die Sauerkirsch-Blätter ins Einmachglas.


Im zweiten Schritt werden die Gurken eng zusammenstehend in das Glas gegeben. Die Peperoni werden von den Kernen befreit und gehackt und dann zwischen den Gurken verteilt. Als Abschluss kommen erneut Bohnenkraut, Dill, Meerrettich sowie Sauerkirsch- und Weintraubenblätter auf die Gurken.

Nun wird ein zweites Gefäß benötigt, in dem der Essig, zusammen mit dem Salz und pro Esslöffel Salz 1 Liter Wasser miteinander vermischt werden. Die Flüssigkeit wird dann über die Gurken geschüttet, bis sie vollständig bedeckt sind.

Nun wird das Glas in eine Schale gestellt und leicht mit einem Tuch abgedeckt. Es wird noch Flüssigkeit hinauslaufen, da die Gurken nun zu quellen beginnen und der Gurkensaft austritt. Nach 6 – 8 Stunden sollte das Gurkenwasser weitgehend ausgegoren sein und der Saft wird wieder heller.


Jetzt muss noch einmal mit der Salzlake nachgegossen werden, anschließend wird das Glas verschlossen und im Kühlschrank aufbewahrt. Zwischendurch sollte das Glas immer wieder einmal geschüttelt werden.


Tipp: Es eignet sich jedes andere Gemüse für diese Zubereitung, auch Tomaten, Paprika, Weißkohl oder Knoblauchzehen können auf diese besondere Art eingelegt werden.

Haltbar und speziell – Gemüse in Salzlake

Die hiesig erhältlichen, eingelegten Gemüsesorten kommen bei weitem nicht an den Geschmack rumänischen Gemüses heran. Es ist die besondere Art der Herstellung, die Salzlake, die mit der Vielfalt an Kräutern und Gewürzen für einen einzigartigen Geschmack sorgt und somit ein Abendessen ermöglicht, was einen Hauch von Rumänien nach Hause holt.

Übrigens: Es gehört zu den Traditionen in Rumänien, auch Kräuter wie Estragon und Liebstöckel einzulegen und sie so langfristig zu konservieren. Die Kräuter nehmen den Geschmack der Lake zu einem Teil an und sind somit optimal geeignet, um Salate und andere Speisen damit zu würzen. Auch das Wasser gießen die Rumänen nicht weg. Aus Essig- oder Salzlake lässt sich herrlich Aroma in Suppen und Saucen geben, die ihnen den besonderen Geschmack verleihen. Daher auf keinen Fall die Salzlake abgießen, sondern alles verwenden, um die hohe Tradition der Kulinarik in Rumänien zu erhalten.