In Rumänien gehört Brot zu den wichtigsten Lebensmitteln. Gebacken wird hier nicht industriell, sondern in alten Kohle- und Holzbacköfen, auf die die Hausfrauen Rumäniens sehr stolz sind. Auch die klassischen Knethaken und Hilfsmittel, die Hierzulande so bekannt sind, werden in Rumänien nur selten eingesetzt. Ein klassisches Paine de Casa wird von den Frauen Rumäniens noch von Hand geknetet, der Teig wird in liebevoller Detailarbeit zubereitet, bis das köstliche Weißbrot schließlich zu Fleisch, eingelegtem Gemüse und vielen anderen Speisen gereicht wird.

Das klassische Hausbrot

Hinter dem Begriff Paine de Casa verbirgt sich nichts anderes als das klassische Hausbrot, was sowohl in Bäckereien angeboten wird, aber vielfach auch von zahlreichen Frauen zu Hause gebacken wird. Tatsächlich ist die Herstellung zwar nicht sehr schwer, der typisch rumänische Geschmack ergibt sich aber durch die Verwendung der traditionellen Backöfen, die in Deutschland, einer Industrienation, kaum noch zu finden sind.


Rezept für ein klassisches Paine de Casa

Die Zutaten:

  • 2 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • 50 ml Olivenöl
  • 650 ml Leitungswasser (warm)
  • 25 g frische Hefe
  • 1 KG Mehl

Die Zubereitung:

Im ersten Schritt ist es wichtig, dass das verwendete Mehl zweimal gesiebt wird. Diese Tradition ist in Rumänien Standard, da das Mehl auf diese Weise belüftet wird und Fremdkörper rausgefiltert werden. Aus dem gesiebten Mehl wird nun in einer Schüssel eine Kuhle geformt.

In einer Tasse werden die zerbröselte Hefe und der Zucker miteinander vermischt, bis eine bröselige Konsistenz entsteht. Diese Mischung wird nun in die Mehlkuhle gegeben und mit 50 ml warmem Leitungswasser bedecken. Der Kuhleninhalt wird nun gemischt und anschließend mit einem Küchenpapier abgedeckt. Die nun folgende Gehzeit liegt bei 10 – 15 min.

Nach Ablauf der Zeit wird das Salz hinzugegeben und kräftig untergeknetet. Nun folgt das restliche Wasser, immer portionsweise (100 ml), bis es gänzlich verarbeitet ist.


Das Kneten

Wenn alle Zutaten in der Schüssel sind, beginnt das Kneten. Hierfür werden die Hände zunächst mit Olivenöl eingefettet, damit der Teig geschmeidig bleibt. Wenn die Konsistenz zu hart oder zu weich ist, kann mit Mehl oder Wasser gegengesteuert werden.


Das Kneten ist der aufwändigste Prozess, es nimmt mindestens eine Stunde Zeit in Anspruch. Zunächst wird der Teig vom Schüsselrand gelöst und mit beiden Händen zusammengedrückt. Während des Knetens wird der Teig immer wieder nach oben gezogen, zusammengefaltet, wieder auseinandergezogen und gefaltet.

Diese Knettechnik sorgt dafür, dass genug Luft in den Teig kommt und das Brot am Ende nicht zu stark komprimiert wird. Nach ca. 30 Minuten sollte der Teig für weitere 20 min. gehen, bevor die nächste Kneteinheit erfolgt.

Tipp: Rumänen kneten ihr Brot manuell, es wird kein Knethaken verwendet. Auf diese Weise wird der Teig schön luftig und das Brot entsprechend geschmackvoll.

Nachdem der Teig weitere 20 Minuten gegangen ist, muss er für mindestens weitere zehn Minuten geknetet werden. Auch hier folgt wieder die gleiche Technik: Langziehen, zusammenschlagen, auseinanderziehen, zusammenfügen.

Der Backvorgang:


Wenn der Teig (inklusive Ruhezeit) mindestens eine Stunde bearbeitet wurde, wird es Zeit für das Backen. Der Backofen sollte auf 160 Grad (bei Umluft) vorgeheizt werden. Das Brot wird ohne Form, direkt von Hand zu einem Laib geformt und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech gebacken.


Vor dem Gang in den Ofen sollte die Oberseite mit etwas Leitungswasser eingepinselt werden.


Die ersten 10 Minuten der Backzeit erfolgen bei 160 Grad, damit das Brot keine Risse bekommt. Erst danach kann die Temperatur auf 180 Grad erhöht werden. Die Backzeit auf 180 Grad beträgt ca. 40 min. Wenn das Brot zu dunkel wird, kann es mit einem Backpapier abgedeckt werden.


Bevor es aus dem Ofen geholt wird, ist die Stäbchenprobe, wie beim Kuchen, erforderlich. Vor dem Anschnitt sollte das Brot mindestens zwei Stunden ruhen.