Eintöpfe gehören in Rumänien zur Tradition und sie werden sehr gern zu Mamaliga, einem Maisbrot, gegessen. Wie bei den Suppen auch, ist hier der säuerliche Charakter herausstechend. Die Rumänen lieben es, rumänische Eintöpfe und Suppen mit Molke, Sauerkrautsaft oder Zitronensaft zu säuern und setzen bei der Zubereitung mehr auf deftigen Geschmack und weniger auf eine sanfte Milde. 

Der Winter ist die Jahreszeit der Eintöpfe und Suppen 

Rumänische Suppen sind vor allem in den Wintermonaten sehr beliebt und befinden sich zu dieser Jahreszeit auf allen Speisekarten. Dazu gesellen sich rumänische Eintöpfe, wie der klassische Rasol. Er ähnelt dem traditionellen Eintopf Portugals und wird mit Hingabe verzehrt. Dazu wird ein Brot aus Weißmehl gereicht, welches in die Suppe getunkt wird. 

Der Eintopf besteht aus Hühnchen, Gans oder Ente, alternativ hierzu können auch Schwein, Rind oder Schaf verwendet werden. Dazu sind zahlreiche Gemüsearten der Saison wie Paprika, Zwiebeln, Karotten und Tomaten enthalten. Das wichtigste Merkmal dieses Eintopfs ist, dass er in zwei Gängen serviert wird. Zunächst wird die Suppe aufgetischt, später dann Fleisch und Gemüse. Begleitet wird Rasol gern von der typisch rumänischen Knoblauchsauce Mujdei. 

Borscht als Nationalspeise 

Borscht wird in Rumänien ebenso gern verzehrt, wie in der Ukraine, wo der Eintopf eigentlich herkommt. Es handelt sich klassisch um eine Rübensuppe, die mit Fleisch und Knochen sowie einer großen Menge saurer Rüben hergestellt wird. Weitere Zutaten sind Karotten, Kartoffeln, Tomaten, Kohl und Zwiebeln. 


Die Konsistenz von Borscht kann, je nach Region Rumäniens, dicklich oder glatt sein. Serviert wird das Traditionsgericht klassisch mit saurer Sahne und hartgekochten Eiern. Immer mehr Rumänen gehen aber auch dazu über, weitere Beilagen wie Knödel, Reis oder Brot zu servieren. 

Verschiedene Fleischsorten als Einlage für rumänische Eintöpfe

Fleisch darf bei einem traditionellen rumänischen Eintopf nicht fehlen. Welches Fleisch zum Einsatz kommt, ist regional verschieden. Besonders in den ländlichen Regionen wird häufig Schaf oder Lamm verwendet, Schwein kommt hier seltener zum Einsatz. Am  häufigsten wird jedoch Rind verzehrt, da es sich auf zahlreiche Weisen zubereiten und in den Eintopf geben lässt. 

Beliebt sind Hackbällchen aus Rinderhackfleisch, die als Suppen- und Eintopfeinlage einen großen Teil der Mahlzeit ausmachen. Anders als Frikadellen werden sie nicht gebraten, sondern im Eintopf gekocht. Die Zubereitung ist simpel, es braucht lediglich Petersilie, Zwiebeln, Hackfleisch und Paprikagewürz. In einigen Regionen wird bei der Zubereitung der Fleischbällchen Liebstöckel und Koriander verwendet, was dem Eintopf eine ganz besondere Note verleiht. 

Gemüse im Eintopf nach Saison 

Auch wenn Traditions-Eintöpfe wie Borscht klassisch mit sauren Rüben (Rote Beete) zubereitet werden, ist man in Rumänien sehr auf saisonale Verwendung von Gemüse bedacht. Da ein großer Teil des Landes ländlich liegt, spielt die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Insbesondere Kohlsorten wie der Weißkohl, aber auch Karotten, Tomaten, Meerrettich und Petersilienwurzel werden gern und häufig genutzt. 

Die meisten rumänischen Traditionsrezepte für Eintöpfe sehen wechselnde Gemüsesorten vor und sind nicht festgelegt. So kann es bei einer Bestellung im Restaurant passieren, dass ein Lamm-Bohnen Eintopf im Sommer mit grünen Bohnen, im Winter mit weißen Bohnen serviert wird. Ein Rüben-Eintopf kann als Beigabe Kartoffeln enthalten, im Herbst jedoch auch verschiedene Kürbissorten, wobei diese eher selten genutzt werden. 

Rumänische Eintöpfe als Haupt- oder Vorspeise

In Rumänien kann der Eintopf als Vorspeise, aber auch als Hauptspeise serviert werden. Bei einem klassischen 4-Gänge Menü, was zu Feierlichkeiten und Familientreffen serviert wird, ist der Eintopf oft als zweiter und dritter Gang auf dem Tisch. Im zweiten Gang wird die Sauce serviert, mit Maisbrot zum Dippen. Im dritten Gang kommen dann die Einlagen auf den Teller. Das Fleisch, das Gemüse und die Kartoffeln können ebenfalls mit Mamaliga verzehrt werden, manchmal werden jedoch auch Reis oder Kartoffeln als Püree dazu serviert. Einfache Eintöpfe dienen nicht selten als komplette Mahlzeit.