Rumänien, unmittelbar am schwarzen Meer gelegen, gehört heute zu den recht beliebten Urlaubsorten. Das liegt nicht nur an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und an den freundlichen Einwohnern, sondern auch an den kulinarischen Besonderheiten. Alles über rumänische Nationalgerichte und die beliebtesten Speisen verraten wir in diesem Beitrag.

Rumänien – ein besonderes Land mit doppelter Vorspeise 

Am bekanntesten ist die Hauptstadt Bukarest, die nicht selten Ziel für Touristen ist. Hier pulsiert das Leben, doch generell ist Rumänien eher ein ländlich geprägtes Land, was EU-weit über die siebtgrößte Bevölkerung verfügt. Wer sich hier zum Urlaub niederlässt, wird sich kaum selbst verpflegen wollen, denn dafür hat die rumänische Küche einfach zu viel Abwechslung zu bieten. 

Klassisch besteht ein Menü in Rumänien aus vier Gängen. Die Vorspeise besteht in der Regel aus einem Salat, der Fleisch, Auberginen, Gemüse, Kartoffeln und Gurken enthält. Die zweite Vorspeise sind Suppen, die in Rumänien ohnehin besonders beliebt sind. Von Hühner- und Rindersuppen über Gemüsesuppen und die traditionelle Bohnensuppe ist hier alles dabei, was den Gaumen erfreut. Beliebt und begehrt ist vor allem die Ciorb? de perisoare, eine Suppe mit Gemüse und Rindfleischbällchen. 


Der Hauptgang mit Köstlichkeiten aus dem Meer

Woraus der Hauptgang der rumänischen Küche besteht, hängt von der Umgebung ab. In den ländlichen Regionen wird überwiegend Schweine- und Rindfleisch gegessen, auch Schaf und Lamm kommen auf den Teller. Gern wird das Fleisch in Form von Eintöpfen zubereitet und wird dann zusammen mit Brot verzehrt. 

Deutlich mehr Fisch wird an jenen Orten verzehrt, die unmittelbar an den großen Flüssen und am Meer gelegen sind. Da es in Rumänien einen hohen Fischbestand in den Gewässern gibt, werden fangfrische Fische auf den Märkten günstig verkauft. Zu Fisch und Fleisch werden typischerweise Kartoffeln gereicht, die gern als Cartofi pure (Kartoffelpüree) verarbeitet werden. Eine typische Nationalspeise ist Mamaliga, vielleicht soggar das bekannteste der rumänische Nationalgerichte, ein Maisbrei, der zu nahezu allen Fleisch- und Fischgerichten serviert wird. 

Der vierte Gang ist eine Süßspeise, die für die Rumänen bei einem herrschaftlichen Diner nicht fehlen darf. Ob Clatite (gerollte Pfannkuchen) oder auch Profiterol (Windbeutel), Gebäck ist deutlich beliebter als zum Beispiel Pudding, Joghurt oder Quark. Letzterer dient allerdings gern als Füllung für Profiterols, besonders beliebt sind die gefüllten Windbeutel mit Quark und Zimt-Zucker. 

Rumänische Nationalgerichte – Verschiedene Regionen, verschiedene Speisen 

Die klassischen Nationalgerichte Rumäniens sind im ganzen Land beliebt und ähneln sich in allen Regionen. Allerdings gibt es große geschmackliche Unterschiede, denn die Würzungen können, je nach Region, vollkommen unterschiedlich ausfallen. So wird in Transsilvanien und Siebenbürgen besonders gern mit pikantem Paprikapulver gewürzt, während in der Region Banat auf Liebstöckel und Kräuter gesetzt wird. 


Auch die Himmelsrichtung spielt tatsächlich bei der kulinarischen Prägung eine Rolle. Im Norden Rumäniens haben viele Prägungen durch Ungarn und Österreich stattgefunden. Hier wird sehr häufig mit Kraut, Fleisch und auch Palatschinken gekocht. Der Süden des Landes hingegen ist türkisch-griechisch geprägt und verwendet vermehrt Joghurt, Lamm, Aubergine und Schafskäse für die Zubereitung der Gerichte. 

Rumänische Nationalgerichte – Mamaliga


Das wichtigste Nationalgericht in Rumänien ist Mamaliga, der oben schon erwähnte Maisbrei. Es gibt zahlreiche Rezepte, so dass er für alle Anlässe angepasst werden kann. Die wichtigste Zutat ist Maisgries, der mit Salzwasser in einem großen Topf gekocht wird. Jetzt muss gerührt werden, um das Anbrennen zu vermeiden. Mamaliga wird allerdings nicht als Brei, sondern als eine Art Fladen auf den Tisch gebracht. Seinen Ursprung hat das Traditionsgericht aus den armen Zeiten der Rumänen. War das Brot aus, musste Mamaliga als Ersatz herhalten. Der Grund hierfür war, dass die rumänische Bevölkerung häufig unter Weizenmangel litt und daher nicht in der Lage war, Brot zu backen. Die Maiserträge hingegen waren reichhaltig und so etablierte sich die Verarbeitung zu Mamaliga. 

Bis heute ist Mais ein sehr wichtiger Bestandteil der rumänischen Küche, nicht zuletzt aufgrund seiner sättigenden Wirkung und seiner Flexibilität. Mais kann zu allen Gerichten serviert werden, wenn er entsprechend angepasst und gewürzt wird.