In Rumänien gehört Bier ebenso zum Leben wie hierzulande. Allerdings stoßen die Menschen rumänisches Bier nicht mit einem geselligen „Prost“ an. Im Gegenteil! Wenn du mit einem Bier anstößt und dabei das Wort „Prost“ sagst, werden deine rumänischen Gastgeber vermutlich das Gesicht verziehen. Der Grund: In Rumänien bedeutet Prost schlichtweg blöd! Bei Tisch wird das Glas mit einem „Noroc“ aneinandergestoßen.

Internationale und nationale Biermarken

In ganz Rumänien verteilt gibt es etwa 20 verschiedene Brauereien. Hier sind aber nicht nur einheimische Etablissements darunter, sondern auch traditionelle Marken wie Heineken, die in Rumänien lokale und kleine Brauereien betreiben.


Ein typisch rumänisches Bier ist die Marke Ursus. Die Brauerei befindet sich direkt in Cluj und ist bereits seit 1878 im Geschäft. Es werden mehrere verschiedene Biersorten angeboten, nur eine davon ist alkoholfrei.

Seit 2018 darf sich Rumänien auch über eine Craftbeer-Brauerei freuen, die von zwei jungen Brauern eröffnet wurde. Sie hatten eine Affinität zu Bier und begannen ganz heimisch in ihrer Garage mit den ersten Getränken. Mittlerweile freut sich ganz Rumänien am Craftbeer der beiden jungen Männer.


Ein Bier ausgeben in Rumänien


„Einen ausgeben“ ist eine sehr höfliche und freundschaftliche Geste in Rumänien. Wer einem anderen Menschen ein kühles Hopfen spendiert, zeigt sich sympathisch und wird geschätzt. Bei den Rumänen steckt dahinter wahre Freundlichkeit, es wird keine Gegenleistung erwartet.

Während in Deutschland gern auch das Bier anderer Länder probiert wird, ist man sich hier in Rumänien einig. Das eigene Bier ist das beste! Am beliebtesten ist nach wie vor die Brauerei Ursus und das einheimische Bier ist am beliebtesten. Eine Befragung vor mehr als zehn Jahren gab jedoch an, dass die Rumänen als zweit liebste Bierstadt Berlin in Deutschland sehen!

Rumänisches Bier – Beliebt, aber kein Volksgetränk

Bier ist in Rumänien beliebt und gerade die männliche Bevölkerung lässt sich den Gerstensaft in der Wirtschaft gern einmal zum zünftigen Eintopf schmecken. Anders allerdings sieht es mit dem Heimkonsum aus. Hier sind die Rumänen bei weitem nicht so kaufkräftig wie die Deutschen.

Pro Jahr trinken die Rumänen rund 98 Liter Bier, pro Kopf, wie eine Statistik im Jahr 2018 besagte. In den wärmeren Monaten wird häufiger zum kühlen Blonden gegriffen, in den kühlen Monaten hingegen eher seltener. Spitzenreiter in Sachen Bierkonsum ist Tschechien, doch auch hier wird, wie in Rumänien, vor allem in Geselligkeit getrunken.

Rumänisches Bier – Zu Suppe und Eintopf besonders beliebt


Das frisch gezapfte Bier schmeckt den Rumänen am besten zu zünftigen Fleischgerichten und schweren Suppe und Eintöpfen. Rund 70 Prozent der konsumierten Gesamtmenge pro Jahr entfällt auf männliche Rumänen, nur 30 Prozent der Biertrinkerinnen sind weiblich.

Ein hoher Konsum wird von Touristen verzeichnet. Während Deutsche beispielsweise das US-Amerikanische Bier oft als Katastrophe deklarieren, wird die rumänische Braukunst geschätzt. Wer als Deutscher einen Abstecher nach Rumänien macht, wird sich ein Glas rumänisches Bier zu einer landestypischen Mahlzeit nicht entgehen lassen.

Trinkfest und solide


Die Rumänen sind ein gastfreundliches und nettes Volk. In den Gastwirtschaften herrscht keine Langeweile, hier kommen Menschen miteinander ins Gespräch, unterhalten sich, trinken gemeinsam. Es zeigt sich schnell, dass die Rumänen ihre eigenen Biere besser kennen als Gäste, denn die Umdrehungen können Touristen schon mal etwas zusetzen.

Ein Craftbeer aus Rumänien kommt mit 9,7 % vol. Alkoholgehalt daher, für Ungeübte schnell eine Falle. Denn selbst wer zu Hause seine drei, vier Bier in der Stammkneipe trinkt, ohne etwas zu merken, kann der rumänischen Hopfenpower oft nicht trotzen. Doch der Geschmack ist es wert, selbst wenn am nächsten Tag der Schädel ein bisschen brummen sollte.

Immerhin erwartet Urlauber in Rumänien auch noch ein leckeres Frühstück mit allerlei Köstlichkeiten. Da verabschiedet sich der Brummschädel schnell und macht Platz für ein weiteres Craftbeer am nächsten Abend.