Rein optisch erinnert Telemea an Fetakäse, allerdings ist seine Konsistenz deutlich weicher. Es handelt sich um einen, überwiegend aus Schafmilch, hergestellten Salzlakenkäse, der als Traditionsspeise Rumäniens gilt. Im März 2016 wurde der Telemea de Ibăneşti, erstmals als anerkannte, geschützte Marke eingetragen. Ursprünglich waren die Griechen gegen dieses Vorhaben, da es in Griechenland einen Käse ähnlichen Namens gibt. Allerdings werden in Rumänien Salzlaken-Käsesorten immer mit einem Bezug zum Herstellungsort vermarktet. Seit 2005 schon ist der traditionelle Käse als geschütztes rumänisches Produkt mit insgesamt 8 Sorten bekannt, 2016 kam der Telemea aus Ibăneşti dazu.

So wird Telemea hergestellt

Bei der Herstellung des Käse wird im ersten Schritt die pasteurisiert Milch des Schafs, weniger häufig des Büffels oder der Ziege, mit Lab verdickt. Die Dickete wird anschließend in grobe Stücke zerteilt und in Baumwolltücher eingeschlagen. Über Nacht wird die Masse dann gepresst. Je nach Geschmack und Sorte werden traditionell noch einige Samen des Kreuzkümmel vor dem Pressen in die Käsemasse gegeben. Die fertig gepresste Masse wird in Form geschnitten und danach in Salzlake eingelegt. Dort verbleibt der Käse für ca. einen Monat.

Eine besondere Form ist der Winter-Telemea, der für den gesamten Winter in der Salzlake verbleibt und dadurch beim Verzehr deutlich salziger ist als die anderen Varianten. Grundsätzlich wird der Käse vor dem Essen allerdings gründlich abgewaschen, da die Reste der Salzlake sonst den Geschmack nachhaltig verändern würden.

 

Wie schmeckt der rumänische Käse?


Ist der Salzlakenkäse fertig gereift, ist er von sehr heller, weißer Farbe und hat keine Rinde. Seine Konsistenz ist weich bis cremig, sein Geschmack salzig, allerdings mit einem würzigen Beigeschmack. Wurde Kreuzkümmel hinzugefügt, ist eine gewisse Schärfe vorhanden.

Wurde der Weichkäse über einen längeren Zeitraum in der Salzlake belassen, entwickelt sich eine kräftige Rinde, die dem Käse einen stark salzigen, aber auch würzigen Geschmack verleiht. Hier ist es erforderlich, den Käse gründlich abzuspülen, um das überschüssige Salz zu entfernen. Der Fettgehalt im Trockenanteil liegt, je nach Sorte zwischen 25 und 50 %.

Verzehr von Salzlakenkäse in Rumänien


Hierzulande ist der rumänische Salzlakenkäse eine Delikatesse, in Rumänien selbst ist er so gewöhnlich, wie der hiesige Gouda. In aller Regel wird er als Tafelkäse verzehrt, auch selbstgebackenem Brot, aber auch in Kombination mit Speck als Snack mit Oliven und anderen Gemüsesorten. Ebenfalls weit verbreitet ist die Verwendung des Käses als Dekoration über dem Salat. Auch zu fleischhaltigen Gerichten wird der rumänische Weichkäse gern ergänzend gereicht. In rumänischen Kneipen und Restaurants kannst du Käse- und Speckplatten bestellen, die dann als Brotzeit gemeinsam mit dem typischen Weißbrot serviert werden.


Welche Telemea Sorten gibt es?

2005 wurde der Salzlakenkäse in Rumänien erstmals als ein PDO Produkt anerkannt. Das bedeutet, dass er nun über eine geschützte Ursprungsbezeichnung verfügt. Es sind allerdings nicht alle Sorten davon eingeschlossen. Zu den anerkannten Sorten gehören:

  • Telemea de Argeș
  • Telemea de Braşov
  • Telemea de Carei
  • Telemea de Harghita
  • Telemea de Huedin
  • Telemea de Oaș
  • Telemea de Sibiu
  • Telemea de Vâlcea

Seit 2016 gehört auch noch der Telemea de Ibăneşti in die Liste der geschützten Käsesorten.

Der nahrhafte Käse weist, je nach Sorte und Reifungsdauer, unterschiedliche Nährwerte auf. Im Durchschnitt hat ein Käse nach einmonatiger Reifezeit einen Brennwert von 279 kcal pro 100 g, wovon ein Gesamtfettanteil von 24 g zu verzeichnen ist. Die gesättigten Fettsäuren liegen bei 16 g. Der Anteil an Kohlenhydraten ist mit 0,7 g sehr gering, allerdings ist der Natriumgehalt mit 1,2 g erhöht, was am verwendeten Salz liegt. Der Käse gilt in Rumänien als sättigende Proteinquelle und wird von arbeitenden Männern auch im Ganzen mit aufs Feld genommen. In vielen ärmeren Regionen wird er als Sattmacher zu Gemüse und Salat gereicht, um die Mahlzeit energetisch aufzuwerten.